Foyer
Ein Schauspiel von Jürgen Reitz
Es spielen: Bettina Koch, Jürgen Reitz, Barbara
Scheck, Svantje De Silva
Szenische Beratung: Peter Tiefenbrunner
Eine Zuspätgekommene stürzt ins Foyer des Theaters,
sie bricht zusammen, ist kurz bewusstlos. Zwei Angestellte kümmern sich um sie,
d.h. sie verwickeln die langsam wieder zu Bewusstsein Kommende in ein
Verwirrspiel, indem sie übergangslos in Bühnenfiguren schlüpfen und
Originalzitate aus diversen Shakespeare-Stücken rezitieren. Letztere sind
ausnahmslos entnommen: Hamlet, Othello, Romeo und Julia, Ein Sommernachtstraum,
Wie es euch gefällt. Offensichtlich handelt es sich dabei um eine Spielerei, mit
der die beiden Angestellten ihre Wartezeiten zu überbrücken pflegen. Die
Besucherin erscheint als willkommene Abwechslung. Doch, einmal in Gang gesetzt,
bekommt nun diese ansonsten harmlose Spielerei eine Dynamik, welche zu
unvorhersehbaren Komplikationen führt, und schließlich zu einer Bedrohung der
geordneten Welt jedes der Akteure wird.
Das „Zuspätkommen“ zieht sich wie ein roter Faden vom Beginn bis zum Ende des
Stückes. Jeder der agierenden Personen wird im Laufe der Handlung eine
Erkenntnis zuteil – und in jedem Falle kommt sie zu spät. Vielleicht der größte
Nachteil der menschlichen Erkenntnisfähigkeit überhaupt: sie bezieht sich immer
nur auf Vergangenes.